Ab in die Creative Cloud

Sun, 19. May. 13

Vorweg: Ich war einst eine Art Adobe-Fanboy. Photoshop, InDesign und Illustrator sind (leider) konkurrenzlos und waren es schon bevor Adobe den einzigen nennenswerten Mitbewerber – Macromedia – übernommen hat. Es war der Morgen als ich in den Nachrichten von der Übernahme erfuhr, als mein Fan-Herz einen ersten Riss bekam und ich dachte, »Au Backe! Was wird das wohl für die Weiterentwicklung der Produkte bedeuten?«.

Als ehemaliger Adobe-GoLive-Nutzer gehörte ich auch zu den ersten die die negativen Folgen dieser Übernahme zu spüren bekamen. Ich hatte mit GoLive zu arbeiten begonnen, lange bevor erste Zeichen von Dreamweaver wahrgenommen werden konnten und lange bevor Adobe das Unternehmen GoLive (aus Hamburg) und das Produkt Cyberstudio (das von Adobe dann in GoLive umgenannt wurde) übernommen hat. Cyberstudio war seiner Zeit voraus und die Programmierer bei Macromedia haben sich das Programm sicher in weiten Teilen zum Vorbild genommen, als sie Dreamweaver entwickelten.

Adobe ließ GoLive nach der Übernahme von Macromedia auch prompt fallen – und damit natürlich auch die treuen GoLive-Kunden. Das Programm hatte unter der Ägide Adobes seinen zuvor doch recht guten Ruf verloren und damit die meisten Marktanteile an Macormedia. Ich erinnere mich noch, dass Adobe kurz nach der Übernahme von Macromedia GoLive 9 vorstellte. Auf der Produktseite von GoLive 9 gaben allerdings Worte zu denken, die sinngemäß wiedergegeben aussagten, dass »GoLive ein tolles Programm sei, mit dem man Webdesign wie mit einem Layoutprogramm machen könne, aber wer ein vernünftiges Webdesign-Programm wolle, der solle sich doch einmal Dreamweaver ansehen«.

Wie nach der Übernahme von vornherein klar war hat es ein GoLive 10 nie gegeben. Adobe nahm nicht nur noch rasch das Geld von den Dummen, die die weitere Entwicklung nicht vorhergesehen haben, sondern ließ auch seine GoLive-Bestandskunden komplett im Regen stehen – auf eine Möglichkeit GoLive-Projekte komfortabel in Dreamweaver-Projekte zu konvertieren wurde verzichtet.

Dreamweaver mag zu derzeit schon weitaus das bessere Produkt gewesen sein, als GoLive. Aber es waren die Strategen bei Adobe die verantwortlich waren, dass das Produkt gegenüber Dreamweaver verloren hat. Wer damals mit GoLive nicht konnte hatte mit Dreamweaver eine Alternative. Bei Photoshop & Co sieht das heute anders aus.

Wer professionell mit InDesign, Illustrator und Photoshop arbeitet findet kaum nennenswerte Alternativen. Klar gibt es andere Programme in den Kategorien Layout, Vektorgrafik und Bildbearbeitung. Aber irgendwie ist es, als hätte man sich an Mercedes S Klasse gewöhnt und für einen Wechsel stünden nur Skoda, Fiat und Seat zur Verfügung. Nichts gegen Skoda, Fiat und Seat – aber die bieten halt keine S Klasse an!

Was Adobe jetzt macht, ist, als würde Mercedes ein Modell aufstellen, bei dem man die Autos nur mehr mieten kann, dafür aber jedes Jahr ein neues bekommt. Klingt doch verlockend, oder?

Ich finde, solange es BMW, Audi und meinetwegen Lexus als Alternative gibt, mag das schon nett sein. Aber wenn man gar keine Wahl hat, als den Deal mit Mercedes einzugehen? Höchstens auf Fiat umzusteigen, oder den aktuellen Mercedes weiter zu fahren, bis er durchgerostet ist?

Software-Schmieden wie Microsoft und Adobe haben ein Problem: Ihre Produkte – Office und Creative Suite – sind ausgereift. In meinen Augen braucht kaum jemand eine neuere Version als Photoshop CS3. Natürlich ist da und dort ein bisschen was dazu gekommen. Aber für die wenigsten Anwender sind die Neuerungen in den folgenden Versionen bis CS6 so essenziell, als dass sich die etwa 800 Euro für die Upgrades rechtfertigen würden. Bei InDesign würde mir CS3 nicht genügen. Hier kamen in CS4 Innovationen dazu, auf die kein Anwender verzichten sollte. Aber wer nur für den Druck arbeitet und keine liquid Layouts erstellen muss, kann auf CS5, CS5.5 und CS6 gut verzichten. Illustrator wäre mir heute sogar in CS2 lieber als in CS6. Zwar sind nach CS2 durchaus nette Funktionen dazu gekommen. Allerdings sind das alles Werkzeuge für die ich eher keine Verwendung habe und in den für mich wichtigen Belangen hat sich die Genauigkeit des Programms eher zum negativen hin entwickelt.

Was aber tun, wenn man Produkte anbietet die praktisch keinen Verschleiß aufweisen, die sich aber auch kaum einmal mehr soweit verbessern lassen, als dass die Kunden bereit wären mehrere Hundert Euro dafür zu bezahlen? Ein Mietmodell ist da die perfekte Lösung. Heise schrieb zur Creative Cloud, Adobe müsse nun nur mehr so viel Aufwand in die Entwicklung stecken, um die Kunden nicht komplett zu vergraulen. Für einen Monopolisten ist das eigentlich kein Problem, denn selbst wenn jemand jetzt oder in den nächsten Jahren dermaßen verärgert werden sollte, dass er eine Alternative in Betracht zieht, wird der Umstieg sehr schmerzhaft. Speziell Grafiker und Agenturen haben praktisch keine andere Wahl als InDesign treu zu bleiben, denn sie müssen Daten mit Kunden und anderen austauschen.

Grundsätzlich stehe ich einem Mietmodell positiv gegenüber, weil ich die Situation der Software-Konzerne verstehe. Das Upgrade-Modell der vergangenen Jahrzehnte hat ausgedient. Für die Zukunft wird es zwei Modelle geben: Jenes von Apple und seinem App-Store, bei dem man eine Produktversion kauft, ohne dass man die Folgeversion als Upgrade zum halben Preis kaufen kann. Das ist eigentlich das Modell der Welt außerhalb der Software-Branche: Wer seinen Golf 6 durch einen Golf 7 ersetzen will bekommt ihn auch nicht zum halben Preis. Bei Apple sind dafür die Vollversionen deutlich günstiger, als es die Preise für Upgrades davor waren. Das andere Modell ist eben das Mietmodell, wie es Adobe derzeit gerade durchpresst, und wie es auch Microsoft gerne einführen würde.

Was mir an der Creative Cloud sauer aufstößt, ist die Preisgestaltung. Zwar lässt sich ein einzelnes Programm für etwa 20 Euro mieten, doch wer wie ich vier Programme für seine Arbeit benötigt, kommt um die ganze Cloud nicht herum. Klar: Für die 60 Euro Cloud-Gebühr kann ich mir auch jedes andere Programm herunterladen, das ich nicht brauche. Es stellt sich für mich aber die Frage, weshalb Adobe kein faireres Modell gewählt hat, bei dem man sich das Cloud-Abo nach den eigenen Anforderungen zusammenstellen kann. Zum Beispiel Photoshop alleine 20 Euro, Photoshop + InDesign 30 Euro … kommt Illustrator hinzu 35 Euro und so weiter. Sollte es für Adobe wirklich ein Problem sein, das Abo-Modell so einzurichten? Sicher nicht! Nur: Die Creative Cloud, wie sie jetzt gestrickt ist, bringt dem Konzern mehr Money. Und darum geht es doch! Nicht um Kundennutzen, sondern um den Gewinn für den Konzern.

Klar ist das eben das Wirtschaftssystem, in dem wir leben und in dem es nicht mehr darum geht was man macht, sondern wie viel Geld man damit machen kann. Jede strategische Entscheidung, die nicht dafür sorgt, dass ein Unternehmen noch mehr Gewinn macht, sondern den Nutzen der Kunden im Sinn hat – oder zumindest nicht aus den Augen verliert –, wird unweigerlich zum Absturz der Aktien an den Börsen führen. Das darf man nicht aus den Augen verlieren, wenn man solche – und andere – Praktiken von Konzernen kritisch beäugt. Was mich wundert sind die Schafe die dastehen und dem Ganzen auch noch Beifall zollen. Sie scheinen sich nicht zu fragen, welchen Grund Adobe in Zukunft noch haben sollte, seine Produkte innovativ weiter zu entwickeln. Wer jetzt CS3, CS4, CS5 oder CS6 hat, kann damit wahrscheinlich noch viele Jahre arbeiten – außer den armen Grafikern, die schon bald gezwungen sein werden auf InDesign CC umzusteigen, weil sie Daten austauschen müssen. Wer in Zukunft aus der Creative Cloud aussteigen will, wird keine Programm mehr haben, mit denen er arbeiten kann.

Wer nicht glaubt, dass Adobe in der Preisgestaltung unverschämt ist, der vergleiche einmal Preise für die amerikanische Cloud – 40$ – mit jenen für die deutsche – 60€.

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rezension

Amazon.de: Kreativ fotografieren mit Nikon D600.

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Supermolot - Desktop font « MyFonts

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Im Fotoespresso 2/2013 ist vor kurzem ein Artikel von mir unter dem Titel »Nikon D600 – Megapixel mit Suchtfaktor« erschienen. Wer sich dafür interessiert kann den Fotoespresso hier kostenlos herunterladen.

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Nikon D7100

Sun, 12. May. 13

Ich bin ein emotionaler Mensch und kann mich überschwänglich für Dinge begeistern wenn sie mir gefallen und in Grund und Boden zerreissen, wenn sie mir an einigen Ecken und Enden missfallen. Die D7100 ist eine Kamera die mich begeistert. Überschwänglich! Ich halte sie in Sachen Preis/Leistung für das Beste das sich aktuell am Markt befindet. Wer nicht glaubt er müsse unbedingt eine Vollformatkamera haben, findet mit ihr ein Modell das absolut auf Augenhöhe mit Nikons FX-Kamera D600 liegt – in vielen Dingen ist sie ihr überlegen – und dabei nur etwa die Hälfte kostet. Ist natürlich auch deshalb eine absolut subjektive Aussage, weil mit der Vergleich mit Canon, Pentax und Sony fehlt.

Die D7100 hat ebenso wie die D600 24 Megapixel. Schärfe und Rauschverhalten sind vergleichbar (wobei das mein subjektiver Praxiseindruck ist und ich keine Labortests angestellt habe, schließlich fotografiere ich in der Praxis und nicht im Labor).

So wie zuvor schon bei der der D800E hat Nikon bei der D7100 Tiefpassfilter ausgestattet. Solche Filter fanden sich bislang vor praktisch allen Digitalkamerabildsensoren um sogenannte Moirés zu verhindern. Moriés entstehen, wenn sich extrem feine Muster überlagern. Bei einer Digitalkamera die feine Pixelstruktur des Bildsensors mit beispielsweise der Struktur eines textilen Stoffes. Unangenehmer Nebeneffekt: Die Resultate werden einen Hauch unschärfer.

Nun: Die D7100 liefert beeindruckend scharfe Resultate. dpreviev behauptet zwar, dass die Resultate durch das Weglassen des Tiefpassfilters auch nicht schärfer sind als wenn sie einen hätte. Allerdings frage ich mich woher sie eine D7100 mit Tiefpassfilter bekommen haben um diesen Vergleich anstellen zu können!? Mein Eindruck ist jedenfalls, dass die Aufnahmen der D7100 eine Schärfe zeigen, die ich so bislang nicht gewohnt bin. Schon gar nicht von einer APS-C-Kamera, und mir drängt sich schon der Verdacht auf, dass das Fehlen des Tiefpassfilters dafür die Verantwortung trägt.

Nun da ich »Kreativ fotografieren mit Nikon D7100« fertig geschrieben habe muss ich die Kamera an der Verlag zurückgeben. Es blutet mir schon ein bisschen das Herz, denn sie ist mir sehr ans Herz gewachsen und ich muss gestehen, dass ich sie lieber mag, als die D600. Es ist einfach das Gesamtpaket, das an der D7100 stimmig ist und begeistert. Allerdings sind die Brennweiten meiner Objektive absolut auf Vollformat abgestimmt. Außerdem wäre auch das doch etwas magere Angebot an sehr kurzen Brennweiten unterhalb von 35mm KB bei DX-Kameras ein Wermutstropfen für mich. Wer aber nicht so ein eingefleischter Weitwinkel-Fan ist wie ich für den gibt es spätestens seit der D7100 kaum mehr einen rationalen Grund unbedingt in eine Vollformatkamera investieren zu müssen.

Nun muss man als hoffnungsloser Optimist natürlich immer ein Auge auf das Positive an jeder Sache werfen. Das positive daran, dass die Arbeit an »Kreativ fotografieren mit Nikon D7100« so gut wie abgeschlossen ist, ist, dass ich wieder mehr Zeit habe mit meiner noch recht neuen Olympus OM-D zu fotografieren, denn auch sie ist in ihrer Kategorie eine perfekte Kamera. Sehr kompakt und unglaublich schnell im fokussieren und auslösen – obwohl eine spiegellose Systemkamera wohl eines der ersten Modelle das es in Sachen Geschwindigkeit beim Scharfstellen mit DSLRs aufnehmen kann. Ich hoffe ich finde in absehbarer Zeit einmal Zeit auch einen Artikel über sie zu posten.

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