Standard a la Adobe

Wed, 17. Sep. 14

Phase One hat Capture One 8 veröffentlicht und die Chance beim Schopf gepackt um Apple Aperture User ein unwiderstehliches Angebot zu machen: Capture One 8 import komplette Aperture-Bibliotheken inklusive der Bildeinstellungen. Dabei werden gerade Ausrichten, Beschneiden, Belichtung, Farbsättigung, Weißabgleich, Licht und Schatten bis hin zu Schwarzweiß-Einstellungen übernommen. Die Bilder sehen in Capture One natürlich nicht genau gleich aus wie in Aperture, doch da Capture One der wohl beste RAW-Konverter am Markt ist kommen manche Bilder sogar besser heraus als in Aperture. Nicht alle allerdings – bei manchen muss nachgebessert werden.

Der Import einer Bibliothek mit 28.000 Bildern ging bei mir dabei mit drei Stunden überraschend flott vonstatten. Viel kann ich dazu noch nicht sagen, da mir bislang die Zeit fehlte mich mit den Resultaten zu befassen. Doch der erste Eindruck ist sehr vielversprechend.

Leider unterstützt Capture One meine Alltagskamera, die Panasonic GM1, noch immer nicht. So sah ich keinen anderen Weg als es mit dem von mir wenig geliebten DNG-Format zu versuchen. Schon das Konvertieren der Bilder macht Stutzig denn die DNGs habe ein deutlich geringeres Dateivolumen als die Lumix-RW2s und man fragt sich unweigerlich was da wohl gerade über Bord gegangen ist.

Leider interpretiert Capture One DNG 7.1 nicht. 6.6. auch nicht. 5.4 auch nicht. Erst mit DNG 4.6 habe ich vermeintlich Glück – Capture One zeigt endlich ein Bild an. Allerdings ist diese DNG-Datei nun nicht kleiner sondern drei Mal größer als das Panasonic-RAW. Möchte ich mir das wirklich antun? Oder warte ich noch ein paar Wochen ab ob Phase One uns doch noch verrät ob das mit der GM1 noch einmal etwas wird oder nicht?

DNG und C1 werde ich im Moment einmal lassen. Aber der vergebliche Versuch hat mich neugierig gemacht? Wie ist das denn mit dem Format das von Adobe als Standard präsentiert wurde, falls Nikon, Canon & Co einmal dicht machen und ihre RAW-Formate nirgends mehr interpretiert werden. Also zog ich mein RAW-Konverter heraus und testete wer denn wohl etwas mit DNG anfangen kann. Das Resultat ist eigentlich vernichtend für DNG.

  • Capture One interpretiert DNG neuer als 4.6 NICHT.
  • DxO interpretiert DNG NICHT.
  • ACDSee interpretiert DNG neuer als 4.6 NICHT.
  • Mac OS interpretiert DNG NICHT wenn es linear konvertiert wurde (das konnte man beim Konvertieren einst als Option einstellen, allerdings ohne, dass sich die Adobe-Programme verpflichtet fühlten dem Wunsch nachzukommen).

Fazit: Wer fleißig nach DNG konvertiert und die Original-RAWs entsorgt hat kaum eine Chance irgendwann zu einem Programm zu wechseln das nicht von Adobe stammt. Aha – das versteht man jetzt also unter Standard!

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Robert Kneschke dürfte wohl der bekannteste Stockfotograf in Deutschland sein und sein Blog alltageinesfotoproduzenten.de ist absolut lesenswert. Mit seinem ersten Buch »Stockfotografie: Geld verdienen mit eigenen Fotos« landete er einen Bestseller des Fachbereichs Fotografie. Sieht man sich bei Amazon die Rezensionen dazu an kann man davon ausgehen, dass Robert schreiben kann.

Seit einiger Zeit nun schon ist Roberts zweites Werk »Die Arbeit mit Models« auf dem Markt. Es beschreibt das was der Titel verspricht aus der Sicht eines Stockfotografen. Das heißt allerdings nicht, dass das Buch nur für diejenigen interessant ist die beabsichtigen in die kommerzielle Produktion von Stock- und Werbebildern einzusteigen. Auch wenn ich selbst schon einmal mit dem Gedanken gespielt habe es mit dem Verkauf meiner Bilder zu versuchen habe ich die Idee bislang nicht weiter konkretisiert. »Die Arbeit mit Models« gibt trotzdem jedem der gelegentlich mit Modellen arbeitet interessante Tipps wie man Models findet, was man mit ihnen vereinbaren sollte und worauf bei Verträgen zu achten ist (natürlich ohne juristische Gewähr). Roberts Qualität liegt darin locker und unterhaltsam zu schreiben und der Umfang des Buches ist überschaubar.

Egal ob man beabsichtigt seine Bilder zu verkaufen (dann natürlich besonders) oder nur aus Spaß an der Freude gelegentlich mit Modellen arbeitet – »Die Arbeit mit Models« bietet einen guten und unterhaltsamen Anhaltspunkt sich über die wichtigsten Grundlagen dazu zu informieren.

»Die Arbeit mit Models« beim Verlag (mit Informationen zum Inhalt und über den Autor).

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David DuChemins »Sehen und Gestalten« ist ein Buch das ich euch schon länger einmal ans Herz legen wollte, ohne dass ich bislang die Muße gefunden hätte einen entsprechenden Blogpost zu schreiben. Jetzt aber will ich das kurz machen.

Im Untertitel heißt es »David DuChemins etwas andere Fotoschule«. Nun, das weist in meinen Augen in eine etwas falsche Richtung, auch wenn es an sich eigentlich korrekt sein mag. In einer Fotoschule würde man an sich Dinge wie Grundlagen zu Kameratechnik, -ausrüstung und -einstellungen vermuten. Diese sind aber kaum ein Thema. Wer danach sucht muss zu einem anderen Werk greifen (zum Beispiel zu »Kreativ fotografieren – Digitalfotografie verständlich erklärt« aus meiner Feder :)). Vielmehr geht es um das was tatsächlich wichtig ist an der Fotografie: Fotos bewusst zu gestalten.

Der Autor spricht sehr viel von der Vision die man als Fotograf haben muss. Für mich ist Vision ein sehr großes Wort und ich weiß nicht ob mir die Lust am Fotografieren nicht verginge wenn ich permanent darum bemüht sein müsste Visionen zu verfüllen. Aber wenn man von diesem etwas philosophischen Vorbehalt meinerseits gegenüber diesem Anspruch absieht ist das Buch großartig, vor allem wenn man über das Stadium hinaus ist in dem man sich noch mit den technischen Grundlagen herumschlagen muss. Es ist also vor allem eine Empfehlung für alle jene, die mit Brenneite, Blende, Verschlusszeit & Co längst per Du sind. Aber nicht nur! Auch wenn man in Sachen Fototheorie und -praxis noch Novize ist kann man es genauso gut lesen. Es ist nicht nur in einer gut zu lesenden und verständlichen Sprache gehalten, sondern, da es sich vor allem auf Gestaltungsaspekte abseits von Kameraeinstellungen konzentriert, auch ohne großartige Grundkenntnisse nachvollziehbar – Gestaltung lässt sich auch völlig unabhängig von Technik erklären. Das heißt, selbst wenn ihr ausschließlich mit eurem Telefon fotografiert und somit ohnehin nicht an Blende und Brennweite drehen könnt, gibt das Buch gute Anregungen eure Bildgestaltung zu verbessern.

Ich will mich hier nicht lange mit der Beschreibung der Inhalte aufhalten – das könnt ihr ausführlich auf der Website des dpunkt-Verlags in Erfahrung bringen, wo ihr das Inhaltsverzeichnis und ein Demo-Kapitel als PDF runterladen könnt –, sondern beschränke mich kurz und bündig darauf es als klaren Lesetipp für alle zu empfehlen, für die Fotografie mehr ist, als eine tolle Fotoausrüstung durch die Gegend zu tragen.

Alle, die lieber via Amazon bestellen, als über den freundlichen Buchhändler um die Ecke oder den Verlag, und damit leben können, dass ein paar Cents Provision für mich abfallen, finden hier den Link zum Buch beim Online-Händler.

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Grafik und Gestaltung 2.0

Mon, 07. Jul. 14

Gug2

Nun habe auch ich es in Händen: Die vollständig überarbeitete und deutlich gewachsene zweite Auflage von »Grafik und Gestaltung – das umfassende Handbuch«. Gegliedert in die Kapitel Grafikdesign, Wahrnehmung, Form, Farbe, Bild, Schrift, Lesetypografie, Gestaltungsraster, Corporate Design und Druckvorstufe habe ich versucht alles zusammenzufassen und zu beschreiben was der Gestalter wissen muss. In einem Artikel vom April habe ich bereits ein paar Seiten des Buches hier im Blog vorgestellt.

Eine Beschreibung des Buches samt komplettem Inhaltsverzeichnis und kostenloser Leseprobe findet ihr auf der Website des Verlags (Galileo-Design) wo sich das Buch auch bestellen lässt. Wer lieber via Amazon bestellt (oder sich informiert) kann das hier tun. Natürlich geht auch der klassische Weg über den Buchhändler eures Vertrauens: ISBN 978-3-8362-2513-7.

Über Rückmeldungen, Feedback und Verbesserungsvorschläge freue ich mich jederzeit – und natürlich auch über Rezensionen zufriedener Leser.

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Was folgt auf Aperture?

Sun, 06. Jul. 14

Nachdem Apple Aperture einstellt kann der Konzern aus Cupertino endgültig nicht mehr als verlässlicher Lieferant für Software gelten. Zwar haben sich auch andere Konzerne bereits unschön Programmen entledigt und Kunden im Regen stehen lassen, doch die Art in der Apple seine Kunden über Jahre hinweg über die Zukunft ihrer Werkzeuge im Ungewissen lässt ist wohl einzigartig und zeigt, dass hier einfach das Verständnis für die Bedürfnisse der Anwender fehlt. Wer mit professioneller Software arbeiten muss verlangt vor allem Kontinuität – mehr noch als nach Innovation.

Man hört wenig Gutes über Apples Umgang mit Final Cut Pro X, auch wenn sich Stimmen finden, die behaupten nach einer deutlichen Umgewöhnungsphase die Neuerungen im Programm am Ende doch begrüßt zu haben. Aber: Ich will mich nach einem Update nicht vollständig neu in ein Programm einarbeiten müssen. Und ich will schon gar nicht meine zuvor erarbeiteten Projekte nach einem Update abschreiben oder neu aufbauen müssen. Selbst wenn das Programm durch das Update besser wäre als zuvor. Das geht schon gar nicht bei einem RAW-Konverter und Verwaltungstool in dessen Bibliotheken oft Jahre der Arbeit stecken.

Es ist nicht allein Aperture, das Apple verschustert hat. iWorks startete als exzellente Alternative zu Office und Keynote war PowerPoint damals um Welten voraus. Was seither geschehen ist hat mehr mit einem Hauch von Evolution zu tun als mit innovativer Weiterentwicklung. Pages beispielsweise kennt in der aktuellsten Version keine Serienbrieffunktion mehr – Entwicklung nach hinten, könnte man sagen.

Allerdings: Aperture ist für mich noch immer das beste Programm um meine Fotobibliotheken zu verwalten. Die Auswahl an realistischen Alternativen ist nicht besonders groß: Lightroom, Capture One und DxO Optics. Alle drei bieten professionelle RAW-Entwicklung, doch in Sachen Bildverwaltung kann lediglich Lightroom mit Aperture mithalten.

Wie schon oft in den vergangenen Jahren habe ich mir in den letzten Tagen Lightroom wieder einmal in der aktuellsten Version heruntergeladen und angesehen (ab 2008 arbeitete ich für ein knappes Jahr damit und kehrte dann zu Aperture zurück). Und wie jedes Mal habe ich es sehr schnell geschlossen. Ich kann einfach nicht mit dem üppigen, platzverschwenderischen, strikten und unflexiblen Interface arbeiten. Schon gar nicht so lange Adobe keine Möglichkeit anbietet Shortcuts zu individualisieren.

In Aperture kann ich nahezu jede Aktion mit Shortcuts versehen – auch Entwicklungsrezepte. In Capture One kann ich sogar Regler wie Weißabgleich, Belichtung, Sättigung, etc. über Tastaturkürzel ansteuern. So brauche ich oft beim schnellen Entwickeln von Bildern keine Hand von der Tastatur zu nehmen. Das ist Effizienz auf die ich nicht verzichten möchte!

Alle vier Programm bieten professionelle RAW-Entwicklung mit Stärken und Schwächen und am Ende ist es vor allem Geschmacksache ob man die Resultate von Camera Raw (Lightroom), Aperture, Capture One oder DxO Optics bevorzugt – oft ist beim einen Bild das eine Programm besser und beim anderen das andere. Die Unterschiede liegen vor allem in der Verwaltung, wo Aperture und Lightroom die Nase vorn haben, und in der professionellen Qualität der Bedieneroberfläche, da haben Aperture und Capture One die Nase vorne.

Aperture ist zwei Mal Primus: Gute Dateiverwaltung, professionelle Bedienung. Über Jahre hinweg mein Argument bei Aperture zu bleiben! Kein anderes Programm erfüllt sowohl meine Ansprüche an die Verwaltung als auch an die Bedienung. Danke Apple, dass ihr das für mich beste RAW-Programm einstellt.

Werde ich Aperture deshalb jetzt fluchtartig verlassen? Keinesfalls! Vor allem natürlich weil mir die Alternative fehlt. Also abwarten was mit »Photos« kommen wird.

»Photos« ist das Nachfolgeprogramm von Aperture, das Apples Programme zur Bildbearbeitung unter OSX (iPhoto und Aperture) und iOS (Fotos für iOS und iPhoto für iOS) zu einem Programm vereinen soll. Der Verdacht – besser gesagt: die Befürchtung – liegt nahe, dass Photos zwar für iPhoto-User ein Aufstieg sein könnte, für Aperture-User allerdings ein Rückschritt. Und mal ehrlich: Bei aller Freude an der Entwicklungsqualität und der Bedienung von Aperture 3.3+ – bei der stagnierenden Feature-Entwicklung der letzten Jahre ist ein Rückschritt einfach nicht drin!

Offensichtlich bewusst streute das Umfeld von Adobe (Scott Kelby) ein Gerücht wonach Apple mit Adobe gemeinsam an einem Weg arbeiten soll der Aperture-Usern den Umstieg auf Lightroom erleichtern soll. Das signalisiert natürlich Apple wolle seine Aperture-User los werden. Allerdings ist dieses Gerücht nicht richtig und soll wohl lediglich dazu dienen Aperture-User möglichst schnell auf Lightroom umsteigen zu lassen, am besten bevor Apple Photos offiziell präsentiert. Klar: Wer zu Lightroom wechselt wird nicht gleich wieder zu Apple zurück kehren, selbst wenn Photos besser werden sollte als im Moment erwartet.

Ein Tag nach dem ersten Schock über den Tod von Aperture habe ich, nach einem Check der Alternative, beschlossen, bis auf weiteres bei Aperture zu bleiben. Ich erwarte zumindest, dass Photos eine Bildverwaltung liefert die Aperture nicht wesentlich nachsteht. Sollte das neue Programm meine Entwickelten RAWs nicht so übernehmen können, wie ich sie in Aperture entwickelt habe, werde ich die Entwickelten Bilder als TIFF exportieren und mit Photos verwalten. Die Verwaltung wandert dann (aus heutiger Sicht) zu Capture One. Das widerspricht zwar meiner Grundidee RAWs mit dem gleichen Programm entwickeln und verwalten zu können, aber da ich Lightroom nicht mag sehe ich derzeit schlicht keine Alternative.

Vielleicht wird Photos aber doch noch eine Überraschung, den Apple verfolgt mit dem neuen Programm offensichtlich eine ganz neue Philosophie in der Software-Architektur: Photos soll es Drittanbietern erlauben ihre Werkzeuge direkt im Programm zugänglich zu machen (mehr und weiter führende Links darüber hier).

Das heißt Plug-Ins müssen nicht mehr als eigenständiges Programm aufgerufen werden, wodurch man die Umgebung des Basisprogramms verlässt und in einem RAW-Programm TIFFs, JPEGs oder PSD-Dateien produzieren muss, sondern sind direkt integriert. Daraus ergeben sich natürlich phantastische Möglichkeiten, denn die wunderbaren Werkzeuge von Macphun, Topaz, DxO (FilmPack und ViewPoint), Portrait Pro und OnOne-Software ließen sich damit direkt in den RAW-Workflow integrieren. Sollte sich diese Idee so realisieren lassen, wie sie sich darstellt; sollten sich die professionellen Anwender finden die die Flinte noch nicht ins Korn werfen, Apple noch einmal eine Chance geben und abwarten was Photos bringt und es damit versuchen; und sollten sich die Drittanbieter finden die coole Werkzeuge für das neue Konzept entwickeln und anbieten: Dann könnte Photos zu einer neuerlichen bahnbrechende Innovation aus dem Hause Apple werden.

Ich bin skeptisch was die Entwicklung angeht, doch ich will noch kein Urteil und keine Entscheidung fällen bevor ich das neue Produkt gesehen und getestet habe. Nicht zuletzt, weil ich keine Alternative sehe.

Übrigens sollten sich auch Lightroom-User wünschen, dass »Photos« ein Erfolg wird. Konkurrenz wird auch ihnen nützen!

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